Immersion VR – Alles was du darüber wissen musst!

Juni 28, 2019
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Was ist eigentlich gemeint mit “immersiven Inhalten” oder “immersion VR”? Kam der Begriff Immersion eigentlich mit neuer Technologie, wie etwa Augmented Reality, Virtual Reality oder Mixed Reality?

Wir erklären es dir!

In diesem Beitrag erzählen wir dir alles, was du über den Begriff “Immersion” wissen musst!

Genaue Definition von Immersion in der Virtual Reality

Die Immersion (fachsprachlich für das Eintauchen in eine künstliche Welt) beschreibt den durch eine Situation, Umgebung oder grafische Darstellung hervorgerufenen Effekt, welcher das Bewusstsein des Nutzers mehr oder minder in den Hintergrund treten lässt, sodass die virtuelle Umgebung als real beziehungsweise als Realität empfunden wird.

Nikolayi Engelmann

So beschreibt es Nikolayi Engelmann in seinem Buch “Virtual Reality Gaming”.

Der Begriff Immersion stammt aus dem Lateinischen immersio, was soviel bedeutet wie eintauchen.

Verschiedene Arten der Immersion

Immersion kann in zwei Arten eingeteilt werden. Zum Einen gäbe es da die mentale Immersion, sowie auch die physikalische Immersion. Beide zielen auf das Gleiche ab. Grob kann jedoch gesagt werden, dass die physikalische Immersion die mentale Immersion verstärken kann.

Mentale Immersion

Diese Art der Immersion entsteht, wenn der Nutzer sich besonders tief in eine bestimmte Handlung hineinversetzt. Wenn er regelrecht darin abtaucht.

Wir alle kennen das und haben sehr wahrscheinlich schon mehrmals eine mentale Immersion erlebt. Etwa wenn wir uns beim Lesen eines spannenden Buches die Handlung im Kopf in bunten Bildern ausmalen. Manchmal sind wir auch enttäuscht, können es nicht fassen, ja sind gar traurig, wenn eine bestimmte Handlung in einem Film oder einer Serie nicht so ausgeht, wie wir uns sie vorgestellt haben.

In diesen Momenten empfinden wir ein tiefes Engagement für diverse Handlungen und sind auch bereit Fiktion oder Fantasie so zu akzeptieren.

Physikalische Immersion

Die physikalischen Immersionen sind eher ein sprichwörtliches “on top” zur mentalen Immersion. Alle physikalischen Dinge, die unsere diversen Sinne wahrnehmen, steigern oder verstärken die mentale Immersion.

Was genau ist damit gemeint?

Nehmen wir als Beispiel ein fiktives Virtual Reality Spiel in dem man Superkräfte hat und fliegen kann. Wir setzten uns die Brille auf und starten unser Abenteuer als Superman.

Bereits in diesem Moment tritt durch alleine durch VR die erste physikalische Immersion ein. Wir sind abgeschirmt von unserer Außenwelt. Egal wie wir unseren Kopf physikalisch drehen, wir schauen immer in die virtuelle Umgebung.

Nun heben wir ab. Was könnte beim Fliegen unsere Physikalische Immersion noch erhöhen?

Ein kalter Windstrom auf unserer Haut!

Nehmen wir an in unserem Gaming-Raum gehen plötzlich Ventilatoren an, sobald wir innerhalb der VR losfliegen. Dabei fühlt unser Körper den Windzug und die Kälte auf der Haut. Das ganze Erlebnis wird plötzlich wesentlich immersiver als vorher.

An dieser Stelle lassen sich noch viele Beispiele nennen, wie wir unsere Sinne beeinflussen können, um die physikalische Immersion zu erhöhen. Ich denke hier etwa an speziellen Handschuhen mit haptischen Feedback, Gerüche und Trackinglaufbänder. Was fällt dir noch ein?

Woher stammt der Begriff eigentlich?

Du hörst wie sich die Gartentür des Hauses öffnet. So schnell wie möglich bringst du dich in Deckung. Angelehnt an der Seitenwand des Hauses wird dein Atmen schneller, das Adrenalin strömt nur so in deine Adern.

Mit gezogener Waffe wagst du einen kurzen Blick um die Ecke. Die Hausbewohner ahnen nicht, dass du bereits auf sie wartest. Mit langsamen Bewegungen legst du die Waffe an und presst sie gegen die Schulter. Du drückst den Kopf an das kalte, metallene Ende deiner Waffe, um durch die Zielvorrichtung einen der Hausbewohner anzuvisieren.

Du wartest auf den richtigen Moment. Dein Atem wird langsamer und die Knie fangen an zu zittern. Entschlossen drückst du ab. Das Ziel geht zu Boden.

Dies ist keine Erzählung eines spannenden Thriller, sondern ein ganz normaler Nachmittag eines kleinen Junge – gerade einmal eingeschult – beim Spielen im Garten mit seinen Eltern.

Kind verkleided als Superman

Was auch immer du für eine Rolle damals eingenommen hast, welche Burgen du errichtet hast oder wie viele Spielzeugautos bei dir zusammengekracht sind. Die fiktiven Vorstellungen von Kinderspielen, waren für uns alle wohl die immersivsten Erlebnisse.

Auch wenn der Begriff Immersion ein ständiger Begleiter von Virtual Reality ist, so ist dieser Begriff keineswegs durch neue Technologien entstanden. Er wird schon seit dem 17. Jahrhundert in Themengebiete eingesetzt.

Da gibt es ja auch noch die Präsenz!

Wir alle kennen die Bedeutung von dem Begriff Präsenz. Es bedeutet soviel wie Anwesenheit oder auch Gegenwärtigkeit.

In dem Kontext der Immersion, ist jedoch eine etwas andere Präsenz gemeint. Es ist eine Ableitung aus dem Wort “Telepräsenz”.

Die Telepräsenz beschreibt den Zustand, sich in einer entfernten oder auch virtuellen Umgebung präsent zu fühlen. Es kann also auch als ein wesentliches Merkmal von Virtual Reality angesehen werden.

Vereinfacht kann gesagt werden, dass je höher die Immersion ist, desto realer oder auch präsenter fühlt sich der Nutzer in der entfernten Umgebung.

Aber auch die Präsenz oder die Telepräsenz ist kein Begriff aus dem Umfeld der Virtual Reality Technologie. Ihn gibt es genauso wie den Begriff der Immersion schon länger.

Man kann selbst beim Telefonieren ein gewisses Maß an Telepräsenz verspüren. Zwei Personen, die sich an ganz verschiedenen Orten befinden, sind – zumindest akustisch – durch ein Kommunikationsmedium in ein und demselben Raum.

Immersion ist also in Bezug auf VR auch eine Grundvoraussetzung für die Präsenz.

Immersion in der virtuellen Realität

Das Gefühl der Immersion kann besonders gut mittels Virtual Reality erreicht werden. Und zwar deutlich einfacher als mit einer normalen TV Serie oder einem Film. Ich erwähnte bereits, dass durch die Abschirmung innerhalb der VR die Immersion sehr gut gestärkt werden kann.

Unser Körper bzw. unser Gehirn vertraut dabei auf den Sehsinn. Nur zu oft lassen wir uns selbst im Alltag durch das Sehen täuschen. Unser Gehirn kann sich sehr schnell in der virtuellen Realität zurechtfinden und akzeptiert die “nicht reale” Welt.

Durch die Akzeptanz und die dadurch entstehende Präsenz können bei dem ein oder anderen auch schnell unschöne Nebeneffekte wie “Motion Sickness” auftreten.

Während das Gehirn glaubt gerade in der virtuellen Realität zu rennen, sendet der Körper Signale, dass er eigentlich gerade still steht oder sitzt, da man ja auch in Wirklichkeit aktuell lediglich die VR-Brille aufhat. Durch genau diese widersprüchlichen Signale, kann es dem ein oder anderen schnell Übel werden. Ein klarer Fall von “Motion Sickness”

Mit technischen Mitteln die Immersion innerhalb der VR verstärken

Schon heute kann man gezielt die Immersion der Nutzer durch bestimmte Techniken verstärken. Zwei gute Beispiele wären hier zum Einen:

Spatial Sound

Spatial Sound hat längst schon Einzug in der Spielebranche gefunden. Mittels Spatial Sound folgt der Sound im Spiel den visuellen Effekten.

Auch innerhalb von Virtual Reality kann man besonders gut mit Spatial Sound arbeiten. Er eignet sich hierbei nicht nur für Games, sondern auch besonders gut für Storytelling, um die Blicke der Nutzer zu lenken.

Man kann sich lebhaft vorstellen, dass sich ein Nutzer in einer beispielhaften 360° Stadtrundfahrt ständig dreht und wendet. Um auch wirklich alles zu sehen.

Mit einem einfachen Tourguide der richtig platziert wird, können die Blicke der Nutzer gesteuert werden. Der Sound seiner Stimme kommt nämlich auch tatsächlich aus der Richtung aus der er spricht bzw. wo er gerade steht.

Interaktivität innerhalb Virtual Reality

Beziehe deine Nutzer in die Inhalte einer VR Experience mit ein. Indem er mit dem Inhalt interagieren kann, ist es durchaus möglich, dass die Immersion stark erhöht wird.

Der Nutzer könnte die Abfolge der Szenen entscheiden indem er einen ganz bestimmten Weg eigenständig wählt. Genau auf diesen Aspekt setzten auch unsere Kunden. Nutzer können mit diversen Hotspots interagieren oder sich von Szene zu Szene bewegen und so sich völlig frei in der VR bewegen.

Ist es möglich, eine vollig immersive virtuelle Realität zu schaffen?

Ah, der heilige Gral der Virtual Reality Technologie. Das völlige Eintauchen in den Inhalt. Grenzenlose Hingabe. Die virtuelle Welt wird zur Realität.

Ein denkbares Szenario, aber mit dem heutigen Stand der Technologie nicht realisierbar. Hierfür Bedarf es einer ganzen Menge an fiktiver Technik.

Eine völlig immersive, virtuelle Welt wäre in der Lage, jeden unserer Sinne, unsere Gedanken und vieles mehr in einer völlig künstlichen Umgebung zu reproduzieren. Hierbei darf absolut kein Detail ausgelassen werden. Jegliche Störung, oder auch nur die kleinsten widersprüchlichen Signale (wir sprachen bereits darüber) unseres Körpers, würden uns aus der völlig immersiven Welt herausziehen. Und plötzlich merken wir, es war alles nicht real.

Es wird einfach zu viel zusätzliche Technik benötigt, die es heute noch gar nicht gibt. Wo sollte man da beginnen? Wie setzen wir eine technische Ansprache der Sinne für das Fühlen oder fürs Riechen um?

Geschichtlich gesehen steckt die VR Technologie noch in Kinderschuhen. Erst dieses Jahr schaffte es Oculus mit der Quest, ein annehmbares Roomscaleing ohne Kabel oder separate tracking Kameras zu realisieren. Das wäre vor noch 3 Jahren undenkbar gewesen.

Gibt es auch nicht-immersive virtuelle Realität?

Da es zum heutigen Stand der Entwicklung noch keine völlig immersiven Virtual Reality Erfahrungen gibt, kann man sich nun die Frage stellen:

Wie siehts eigentlich mit nicht-immersiven Erlebnissen aus? Muss Virtual Reality immer völlig immersiv sein um erfolgreich zu sein?

Nein!

Virtual Reality bringt immer eine gewisse Immersion mit sich, wie wir bereits gelernt haben. Eine vollständige Immersion ist aber nicht von Nöten, um eine gute VR Experience zu schaffen.

Für eine simple 360° Wohnungsbesichtigung muss ich keineswegs mitgerissen werden. Dennoch bietet mir eine solche Experience genau die Informationen, die ich benötige.

Uncanny Valley – Die Akzeptanzgrenzen sind von Person zu Person unterschiedlich!

Ein Mann sitzt auf einem Berg und schaut ins Tal.

Es gibt keine Garantie zur Immersion innerhalb von VR. Was den einen Nutzer völlig eintauchen lässt, kann den anderen Nutzer kalt lassen. Es gibt nämlich eine Akzeptanz-Lücke gegenüber künstlichen Inhalten.

Man nennt diese Akzeptanz Lücke oder auch Grenze “Uncanny Valley” oder zu deutsch das unheimliche Tal. Das “Tal” beschreibt dabei einen starken Einbruch in einem Kurvendiagramm, welches den Verlauf der Akzeptanz von künstlichen Inhalten darstellt.

Und diese Akzeptanz ist gerade im Bereich Virtual Reality, eben von Person zu Person unterschiedlich.

Erfahrungen und auch eine gewisse Anspruchshaltung sind die Erzfeinde von Immersion. Virtuelle Inhalte werden von erfahrenen Nutzern wesentlich kritischer Betrachtet, als von Nutzern, die das erste mal eine VR-Brille aufsetzen.

Die Neulinge sind in der Regel immer erstmal hin und weg. Wohingegen erfahrene Nutzer mit den beispielhaften Fragen kämpfen: Wie hoch ist denn die Pixeldichte des Gerätes? Sind das überhaupt 60FPS gerade? etc.

Wie ist deine Meinung zu Immersion in VR?

Hast du bereits schon die ein oder andere Erfahrung in der Virtual Reality gemacht? Was genau hast du so ausprobiert und vor allem wie hast du dich dabei gefühlt?

Teile gern dein Kommentar du diesem Thema, wir würden uns freuen!

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